Studienkredit - finanzielle Unabhängigkeit während des Studiums

Dieses Thema im Forum "Rund ums Geld" wurde erstellt von Arend, 12 Juli 2017.

  1. Arend

    Arend Studentenseite Admin
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    Der Studienkredit ist eine recht junge Form für die Finanzierung der Ausbildung an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Er sichert jungen Studenten das monatliche Auskommen, sodass sie sich ganz auf ihr Studium konzentrieren können. Das Studieren wird unabhängig von BaFöG und Nebenjob möglich und verspricht gute Ergebnisse, denn der Student hat den Rücken frei. Es gibt jedoch auch Nachteile. Studienkredite sind an ein Alter gebunden. Die Vorschriften verlangen die Absolvierung der Ausbildung innerhalb der Regelstudienzeit. Dies muss nachgewiesen werden. Nach Beendigung des Studiums gehen junge Menschen, die sich für den Studienkredit entschieden haben, mit Schulden in ihr berufliches Leben, die abhängig von der gewährten Rate im höheren fünfstelligen Bereich liegen können. Anders als beim BaFöG ist die Rückzahlung auch dann fällig, wenn das Einkommen nach der Beendigung des Studiums aufgrund fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten sehr gering ist.

    Gründe für die Beantragung eines Studentenkredits

    Viele Studenten beantragen einen Studienkredit, weil sie keine Alternativen für die Finanzierung ihres Studiums sehen. Die hohe Studienbelastung in vielen Studiengängen erlaubt die Aufnahme eines Nebenjobs nicht. BaFöG wird nicht oder nur teilweise gezahlt, weil das Einkommen der Eltern die Freigrenzen übersteigt. Da die Freigrenzen jedoch recht niedrig sind, fühlen sich viele Eltern dennoch nicht in der Lage, den Studenten ausreichend zu unterstützen. Der Studienkredit ist eine Alternative, die das monatliche Auskommen sichert. Die Beantragung kann bei verschiedenen Kreditinstituten erfolgen. Es ist ratsam, die Konditionen genau zu vergleichen.


    Kreditanfrage bei der Bank stellen

    Der Student hat die Möglichkeit, bei verschiedenen Banken eine Kreditanfrage für einen Studienkredit zu stellen. Besonders günstige Konditionen bietet die KfW-Bank. Aber auch niedergelassene Banken und Sparkassen bieten Studienkredite an. Die Kredite sind häufig an verschiedene Bedingungen gebunden:

    * Höchstalter von 26 bis 28 Jahren
    * Erststudium
    * Einhaltung der Regelstudienzeit

    Der Student muss über den Verlauf des Studiums Nachweise erbringen. Bei Krankheit oder Schwangerschaft einer Studentin kann die Zahlung in Absprache mit der Bank verlängert werden. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die gesamte in Anspruch genommene Summe verzinst wird. Die Gesamtsumme ist zur Rückzahlung fällig. Wenn der Student den Kredit aus eigenen Mitteln vorzeitig zurückführen kann, erfolgt ein Erlass der Zinsen. Die Kreditsumme wird, im Gegensatz zum BaFöG, nicht reduziert.

    Auszahlung und Rückführung des Studentenkredits

    Der Studienkredit wird monatlich ausgezahlt. Die bewilligte Summe entspricht dem Bedarf, den ein Student im Sinne des BaFöG beanspruchen kann. Diese liegt zwischen 600 und 700 EUR monatlich und wird immer am Anfang des Monats ausgezahlt. Die Bewilligung erfolgt für das gesamte Studium.
    Die Tatsache, dass Studenten in der Regel nicht über ein Einkommen verfügen, das die Aufnahme eines Kredites rechtfertigt, behindert die Aufnahme des Studentenkredits nicht. Dennoch wird die Bonität geprüft. Wenn der angehende Student Schulden oder eine negative Schufa hat, kann der Kredit abgelehnt werden. Einen Rechtsanspruch auf den Studienkredit gibt es nicht.
    Die Rückzahlung erfolgt nach Ende des Studiums unabhängig vom Einkommen des Studenten in monatlichen Raten.

    Alternativen zum Studentenkredit

    Eine der wichtigste Alternative zum Studienkredit ist das BaFöG. Die Leistungen werden bis zum 30. Lebensjahr des Studenten gewährt. Dabei gilt der Tag der Studienaufnahme als maßgeblich. Das Einkommen der Eltern und das eigene Einkommen und Vermögen des Studenten finden Berücksichtigung, sodass die Leistung bei vielen Studenten gekürzt werden. Wenn die Eltern Durchschnittsverdiener sind und keine weiteren Kinder zu unterhalten ist, ist das Einkommen häufig schon zu hoch. Mitunter kann der Student einen Teil der Summe beanspruchen und den Rest durch einen Nebenjob oder durch die Unterstützung der Eltern aufstocken, sodass die Aufnahme eines Studienkredits nicht notwendig ist. Eine weitere Alternative zu einem Studentenkredit ist, einen kleinen Kredit für die Überbrückung zu nehmen. Zum Beispiel für die Bezahlung des Semestertickets.

    Fazit:

    Die Aufnahme eines Studienkredites verschafft zwar finanzielle Sicherheit. Dafür beginnt der Start ins Berufsleben jedoch mit hohen Schulden. Ratsam ist es, vor der Aufnahme eines Studienkredits alle möglichen Alternativen zu prüfen. Die Aufnahme des Studienkredites sollte immer die letzte Wahl sein.
     
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